Drei Jahre mußte man auf den ersten Film von Dreamworks warten. Jetzt geht der mit Spannung erwartete "The Peacemaker" endlich an den Start. Mit dem Actionthriller über eine internationale Jagd nach gestohlenen Nuklear-Sprengköpfen mag "E.R."-Veteranin Mimi Leder das Genre zwar nicht neu erfinden, seine kompetente Inszenierung und im besten Sinne altmodische Geschichte mit zunächst klar definierter Gut-gegen-Böse-Struktur macht den Reißer im Zug von "Air Force One", der ähnliche Tugenden vorzuweisen hatte, absolut hitverdächtig, zumal George Clooney als Mann der Tat abermals echte Starqualitäten vorweisen kann. Dabei vergeht erst einmal eine ganze Weile, bis Mimi Leder ihren Wettlauf mit der Zeit auf volle Touren bringt. Ein wenig umständlich eröffnet sie den Actionreigen mit der nächtlichen Entführung einer mit zehn Sprengköpfen bestückten Peacemaker-Rakete auf russischem Boden. Obwohl die Sequenz mit starken Bildern (die Terroristen tragen Laser-Brillen, deren Strahlen sich tiefrot durch die Nacht bohren) ausgestattet ist, fehlt es dem Prolog an individueller Durchschlagskraft. Auch als die Hauptfiguren - Nicole Kidman als aufgeregt Kaugummi kauende Nuklear-Wissenschaftlerin Dr. Julia Kelly und George Clooney als hemdsärmeliger Special-Forces-Colonel Thomas Devoe - eingeführt werden, bleibt "The Peacemaker" erst einmal noch blutleer: Sehr skizzen- und formelhaft führen diese Szenen in den Film ein zu einem Zeitpunkt, an dem andere Actionfilme bereits den halben Planeten in Schutt und Asche geselegt haben. Die merkliche Steigerung kommt, als Devoe und Dr. Kelly in Wien zur Tat schreiten, wo sie sich von einem russischen Verbündeten (ein braungebrannter Armin Mueller-Stahl) Informationen über den Verbleib des Diebesgutes erhoffen. Mit der ersten ausgedehnten Actionsequenz, in der Mercedes-Fahrer Clooney drei BMWs plattmachen darf, legt der Film einen Zahn zu. Zum einen weil der gegenwärtige Batman hier nicht die Manieren eines Kinderarztes an den Tag legen muß. Ohne sich um politische Korrektheit zu bemühen, wird hier wenig zimperlich kaltblütig Rot gesehen. So taff ging schon lange kein American Hero mehr ans Werk. Zum anderen weil sich mit zunehmender Dauer der Hatz immer deutlicher herauskristallisiert, daß einer der Sprengköpfe für einen Terroristen bestimmt ist, der die Höllenmaschine mitten in New York zur Explosion bringen will. Wie der Film mit der neuen Urangst der Amerikaner vor Terroranschlägen im eigenen Land spielt, hat schon etwas Virtuoses. Bevor die Handlung allerdings in den Big Apple schwenkt, folgen Devoe und Kelly der Spur der Diebe durch diverse Staaten der ehemaligen Sowjetunion, um auf einer verlassenen Brücke einzugreifen: eine packende Cliffhanger-Sequenz, die in einem unglaublich verwegenen Stunt gipfelt. Es wird noch besser: "The Peacemaker" leistet sich einen genialen Kunstgriff, indem er dem serbokroatischen Terroristen kurz vor dem Showdown die Gesichtslosigkeit nimmt. Während er auf den Straßen von New York mit der Bombe im Rucksack umherirrt, zeigen Flashbacks den Grund für seinen Haß auf die Nationen, die dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien so lange tatenlos zusahen: Frau und Kind sind im tödlichen Kugelhagel vor seinen Augen ums Leben gekommen. Indem sein Wahnsinnsakt der Selbstopferung zur heiligen Mission hochstilisiert wird, erhält auch die letzte Konfrontation in einer Kirche eine mythische Komponente. Ganz im Sinne alter Genrefilme will "The Peacemaker" trotz der brisanten politischen Implikationen sein Publikum mit guter Unterhaltung im Sturm nehmen. Mimi Leder ist keine Kathryn Bigelow, aber hat die logistisch aufwendige Action stets gut im Griff und vor allem ein Händchen im Umgang mit Clooney. In seiner Gegenwart ist die deplaziert wirkende Nicole Kidman bestenfalls Staffage. Clooney aber trägt den Film in einer Rolle, wie sie früher wohl ein Steve McQueen gespielt hätte. Und auch heute noch gibt es nichts besseres, als sich für zwei Stunden in die Hand eines Stars zu begeben. ts. Originaltitel: The Peacemaker Sprache: Deutsch/Englisch Untertitel: Deutsch/Dänisch/Engl. f. Hörg./Finnisch/Niederländisch/Norwegisch/Schwedisch Regie: Mimi Leder Darsteller: George Clooney (Colonel Thomas Devoe), Nicole Kidman (Dr. Julia Kelly), Marcel Iures (Dusan Gavrich), Alexander Baluew (General Alexsander Kodoroff), Rene Medvesek (Vlado Mirich), Gary Werntz (Hamilton), Randall Batinkoff (Ken), Jim Haynie (General Garnett), Alexander Strobele (Shummaker), Holt McCallany (Appleton), Michael Boatman (CPN Beach), Joan Copeland (Senator Bevens), Carlos Gómez (Santiago), Armin Mueller-Stahl (Dimitri Vertikoff), Slavko Juraga (Stevo), Alexander Peskow (Vassily) Produktion: Walter F. Parkes Produktionsland: USA Produktionsjahr: 1997 Bildformate: Widescreen Ton: Dolby Surround Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1 Laufzeit: 119 min. Filmpreise: Name: VideoWinner Jahr: 1998 Kategorie: Verleih - Bronze Features: Kinotrailer, Outtakes, Stunt-Szenen
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Drei Jahre mußte man auf den ersten Film von Dreamworks warten. Jetzt geht der mit Spannung erwartete "The Peacemaker" endlich an den Start. Mit dem Actionthriller über eine internationale Jagd nach gestohlenen Nuklear-Sprengköpfen mag "E.R."-Veteranin Mimi Leder das Genre zwar nicht neu erfinden, seine kompetente Inszenierung und im besten Sinne altmodische Geschichte mit zunächst klar definierter Gut-gegen-Böse-Struktur macht den Reißer im Zug von "Air Force One", der ähnliche Tugenden vorzuweisen hatte, absolut hitverdächtig, zumal George Clooney als Mann der Tat abermals echte Starqualitäten vorweisen kann. Dabei vergeht erst einmal eine ganze Weile, bis Mimi Leder ihren Wettlauf mit der Zeit auf volle Touren bringt. Ein wenig umständlich eröffnet sie den Actionreigen mit der nächtlichen Entführung einer mit zehn Sprengköpfen bestückten Peacemaker-Rakete auf russischem Boden. Obwohl die Sequenz mit starken Bildern (die Terroristen tragen Laser-Brillen, deren Strahlen sich tiefrot durch die Nacht bohren) ausgestattet ist, fehlt es dem Prolog an individueller Durchschlagskraft. Auch als die Hauptfiguren - Nicole Kidman als aufgeregt Kaugummi kauende Nuklear-Wissenschaftlerin Dr. Julia Kelly und George Clooney als hemdsärmeliger Special-Forces-Colonel Thomas Devoe - eingeführt werden, bleibt "The Peacemaker" erst einmal noch blutleer: Sehr skizzen- und formelhaft führen diese Szenen in den Film ein zu einem Zeitpunkt, an dem andere Actionfilme bereits den halben Planeten in Schutt und Asche geselegt haben. Die merkliche Steigerung kommt, als Devoe und Dr. Kelly in Wien zur Tat schreiten, wo sie sich von einem russischen Verbündeten (ein braungebrannter Armin Mueller-Stahl) Informationen über den Verbleib des Diebesgutes erhoffen. Mit der ersten ausgedehnten Actionsequenz, in der Mercedes-Fahrer Clooney drei BMWs plattmachen darf, legt der Film einen Zahn zu. Zum einen weil der gegenwärtige Batman hier nicht die Manieren eines Kinderarztes an den Tag legen muß. Ohne sich um politische Korrektheit zu bemühen, wird hier wenig zimperlich kaltblütig Rot gesehen. So taff ging schon lange kein American Hero mehr ans Werk. Zum anderen weil sich mit zunehmender Dauer der Hatz immer deutlicher herauskristallisiert, daß einer der Sprengköpfe für einen Terroristen bestimmt ist, der die Höllenmaschine mitten in New York zur Explosion bringen will. Wie der Film mit der neuen Urangst der Amerikaner vor Terroranschlägen im eigenen Land spielt, hat schon etwas Virtuoses. Bevor die Handlung allerdings in den Big Apple schwenkt, folgen Devoe und Kelly der Spur der Diebe durch diverse Staaten der ehemaligen Sowjetunion, um auf einer verlassenen Brücke einzugreifen: eine packende Cliffhanger-Sequenz, die in einem unglaublich verwegenen Stunt gipfelt. Es wird noch besser: "The Peacemaker" leistet sich einen genialen Kunstgriff, indem er dem serbokroatischen Terroristen kurz vor dem Showdown die Gesichtslosigkeit nimmt. Während er auf den Straßen von New York mit der Bombe im Rucksack umherirrt, zeigen Flashbacks den Grund für seinen Haß auf die Nationen, die dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien so lange tatenlos zusahen: Frau und Kind sind im tödlichen Kugelhagel vor seinen Augen ums Leben gekommen. Indem sein Wahnsinnsakt der Selbstopferung zur heiligen Mission hochstilisiert wird, erhält auch die letzte Konfrontation in einer Kirche eine mythische Komponente. Ganz im Sinne alter Genrefilme will "The Peacemaker" trotz der brisanten politischen Implikationen sein Publikum mit guter Unterhaltung im Sturm nehmen. Mimi Leder ist keine Kathryn Bigelow, aber hat die logistisch aufwendige Action stets gut im Griff und vor allem ein Händchen im Umgang mit Clooney. In seiner Gegenwart ist die deplaziert wirkende Nicole Kidman bestenfalls Staffage. Clooney aber trägt den Film in einer Rolle, wie sie früher wohl ein Steve McQueen gespielt hätte. Und auch heute noch gibt es nichts besseres, als sich für zwei Stunden in die Hand eines Stars zu begeben. ts. Originaltitel: The Peacemaker Sprache: Deutsch/Englisch Untertitel: Deutsch/Dänisch/Engl. f. Hörg./Finnisch/Niederländisch/Norwegisch/Schwedisch Regie: Mimi Leder Darsteller: George Clooney (Colonel Thomas Devoe), Nicole Kidman (Dr. Julia Kelly), Marcel Iures (Dusan Gavrich), Alexander Baluew (General Alexsander Kodoroff), Rene Medvesek (Vlado Mirich), Gary Werntz (Hamilton), Randall Batinkoff (Ken), Jim Haynie (General Garnett), Alexander Strobele (Shummaker), Holt McCallany (Appleton), Michael Boatman (CPN Beach), Joan Copeland (Senator Bevens), Carlos Gómez (Santiago), Armin Mueller-Stahl (Dimitri Vertikoff), Slavko Juraga (Stevo), Alexander Peskow (Vassily) Produktion: Walter F. Parkes Produktionsland: USA Produktionsjahr: 1997 Bildformate: Widescreen Ton: Dolby Surround Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1 Laufzeit: 119 min. Filmpreise: Name: VideoWinner Jahr: 1998 Kategorie: Verleih - Bronze Features: Kinotrailer, Outtakes, Stunt-Szenen
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Drei Jahre mußte man auf den ersten Film von Dreamworks warten. Jetzt geht der mit Spannung erwartete "The Peacemaker" endlich an den Start. Mit dem Actionthriller über eine internationale Jagd nach gestohlenen Nuklear-Sprengköpfen mag "E.R."-Veteranin Mimi Leder das Genre zwar nicht neu erfinden, seine kompetente Inszenierung und im besten Sinne altmodische Geschichte mit zunächst klar definierter Gut-gegen-Böse-Struktur macht den Reißer im Zug von "Air Force One", der ähnliche Tugenden vorzuweisen hatte, absolut hitverdächtig, zumal George Clooney als Mann der Tat abermals echte Starqualitäten vorweisen kann. Dabei vergeht erst einmal eine ganze Weile, bis Mimi Leder ihren Wettlauf mit der Zeit auf volle Touren bringt. Ein wenig umständlich eröffnet sie den Actionreigen mit der nächtlichen Entführung einer mit zehn Sprengköpfen bestückten Peacemaker-Rakete auf russischem Boden. Obwohl die Sequenz mit starken Bildern (die Terroristen tragen Laser-Brillen, deren Strahlen sich tiefrot durch die Nacht bohren) ausgestattet ist, fehlt es dem Prolog an individueller Durchschlagskraft. Auch als die Hauptfiguren - Nicole Kidman als aufgeregt Kaugummi kauende Nuklear-Wissenschaftlerin Dr. Julia Kelly und George Clooney als hemdsärmeliger Special-Forces-Colonel Thomas Devoe - eingeführt werden, bleibt "The Peacemaker" erst einmal noch blutleer: Sehr skizzen- und formelhaft führen diese Szenen in den Film ein zu einem Zeitpunkt, an dem andere Actionfilme bereits den halben Planeten in Schutt und Asche geselegt haben. Die merkliche Steigerung kommt, als Devoe und Dr. Kelly in Wien zur Tat schreiten, wo sie sich von einem russischen Verbündeten (ein braungebrannter Armin Mueller-Stahl) Informationen über den Verbleib des Diebesgutes erhoffen. Mit der ersten ausgedehnten Actionsequenz, in der Mercedes-Fahrer Clooney drei BMWs plattmachen darf, legt der Film einen Zahn zu. Zum einen weil der gegenwärtige Batman hier nicht die Manieren eines Kinderarztes an den Tag legen muß. Ohne sich um politische Korrektheit zu bemühen, wird hier wenig zimperlich kaltblütig Rot gesehen. So taff ging schon lange kein American Hero mehr ans Werk. Zum anderen weil sich mit zunehmender Dauer der Hatz immer deutlicher herauskristallisiert, daß einer der Sprengköpfe für einen Terroristen bestimmt ist, der die Höllenmaschine mitten in New York zur Explosion bringen will. Wie der Film mit der neuen Urangst der Amerikaner vor Terroranschlägen im eigenen Land spielt, hat schon etwas Virtuoses. Bevor die Handlung allerdings in den Big Apple schwenkt, folgen Devoe und Kelly der Spur der Diebe durch diverse Staaten der ehemaligen Sowjetunion, um auf einer verlassenen Brücke einzugreifen: eine packende Cliffhanger-Sequenz, die in einem unglaublich verwegenen Stunt gipfelt. Es wird noch besser: "The Peacemaker" leistet sich einen genialen Kunstgriff, indem er dem serbokroatischen Terroristen kurz vor dem Showdown die Gesichtslosigkeit nimmt. Während er auf den Straßen von New York mit der Bombe im Rucksack umherirrt, zeigen Flashbacks den Grund für seinen Haß auf die Nationen, die dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien so lange tatenlos zusahen: Frau und Kind sind im tödlichen Kugelhagel vor seinen Augen ums Leben gekommen. Indem sein Wahnsinnsakt der Selbstopferung zur heiligen Mission hochstilisiert wird, erhält auch die letzte Konfrontation in einer Kirche eine mythische Komponente. Ganz im Sinne alter Genrefilme will "The Peacemaker" trotz der brisanten politischen Implikationen sein Publikum mit guter Unterhaltung im Sturm nehmen. Mimi Leder ist keine Kathryn Bigelow, aber hat die logistisch aufwendige Action stets gut im Griff und vor allem ein Händchen im Umgang mit Clooney. In seiner Gegenwart ist die deplaziert wirkende Nicole Kidman bestenfalls Staffage. Clooney aber trägt den Film in einer Rolle, wie sie früher wohl ein Steve McQueen gespielt hätte. Und auch heute noch gibt es nichts besseres, als sich für zwei Stunden in die Hand eines Stars zu begeben. ts. Originaltitel: The Peacemaker Sprache: Deutsch/Englisch Untertitel: Deutsch/Dänisch/Engl. f. Hörg./Finnisch/Niederländisch/Norwegisch/Schwedisch Regie: Mimi Leder Darsteller: George Clooney (Colonel Thomas Devoe), Nicole Kidman (Dr. Julia Kelly), Marcel Iures (Dusan Gavrich), Alexander Baluew (General Alexsander Kodoroff), Rene Medvesek (Vlado Mirich), Gary Werntz (Hamilton), Randall Batinkoff (Ken), Jim Haynie (General Garnett), Alexander Strobele (Shummaker), Holt McCallany (Appleton), Michael Boatman (CPN Beach), Joan Copeland (Senator Bevens), Carlos Gómez (Santiago), Armin Mueller-Stahl (Dimitri Vertikoff), Slavko Juraga (Stevo), Alexander Peskow (Vassily) Produktion: Walter F. Parkes Produktionsland: USA Produktionsjahr: 1997 Bildformate: Widescreen Ton: Dolby Surround Mehrkanalton: Dolby Digital 5.1 Laufzeit: 119 min. Filmpreise: Name: VideoWinner Jahr: 1998 Kategorie: Verleih - Bronze Features: Kinotrailer, Outtakes, Stunt-Szenen
Allgemein | |
|---|---|
format | dvd |
Farbe | rot/bronze |
Material | leder/stahl |
Größe | 5.1 |
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