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Tigerland (von Joel Schumacher mit Colin Farrell) - auf DVD
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Tigerland (von Joel Schumacher mit Colin Farrell) - auf DVD

Nicht nur der Krieg selbst ist die Hölle, sondern schon die Vorbereitung darauf: Vergleichbar mit der ersten Hälfte von Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" konzentriert sich Joel Schumachers "Tigerland" auf den Ausbildungsprozess neu rekrutierter US-Soldaten, die 1971 nach Vietnam geschickt werden sollen. Als hätte man sich zur Aufgabe gemacht, "Catch 22" nach Dogma-95-Regeln zu verfilmen, entstand dieses für ein Budget von weniger als einer Mio. Dollar realisierte Brevier des militärischen Ungehorsams mit handgehaltener 16-mm-Kamera, weitgehend natürlichen Lichtquellen und beeindruckender No-Name-Besetzung. Witzig, authentisch und spannend berichtet Joel Schumacher aus der Perspektive der Auszubildenden, dass in einer aus den Fugen geratenen Welt nur der seine Normalität wahren kann, der bereit ist sich dem Wahnsinn zu stellen.Dass der unangepassteste, filmisch aufregendste und inhaltlich deutlichste Antikriegsfilm der letzten Jahre ausgerechnet auf das Konto von Mainstream-Maestro Joel Schumacher ("Batman 3 & 4") geht, ist nur eine der vielen Überraschungen, mit denen "Tigerland" sein Publikum von den fahrigen, verwackelten "You-are-here"-Momentaufnahmen des Anfangs bis zum hoch dramatischen Showdown im titelgebenden Trainingscamp in Louisiana, dem letzten Stop vor Vietnam, in Atem hält. Befreit vom Ballast perfekter Ausleuchtung, kostspieliger Bauten und inhaltlicher Kompromisse, schoss Schumacher den neben "Falling Down" besten Film seiner Karriere buchstäblich aus der Hüfte. Die Spontaneität und Geschwindigkeit des Drehs sind in jeder Einstellung spürbar: Oft sind die Bilder körnig und überbelichtet, als hätte Schumacher mit versteckter Kamera live vor Ort gefilmt. Selbst die in den letzten zwei Jahren überstrapazierte "Shutter"-Technik bei Actionszenen (siehe "Der Soldat James Ryan" und "Gladiator") hat im Kontext von "Tigerland" eine neuartige, berauschende, fast dokumentarische Wirkung. So frisch und radikal waren nur wenige Studioproduktionen seit den glorreichen Tagen des New Hollywood.Unschwer erkennt man in dem charismatischen Antihelden Roland Bozz (mit Anspielungen an Brando und Dean gespielt vom famosen Newcomer Colin Farrell) Züge rebellischer Typen wie Murphy aus "Einer flog übers Kuckucksnest" und Hawkeye Pierce aus "MASH" oder der notorischen Querulanten aus John Milius' "Tag der Entscheidung" und Ivan Reitmans "Stripes" wieder. Kaum einen Moment weicht die sensationelle Kamera von Matthew Libatique ("Pi") von Bozz' Seite, der sich mit dem sensiblen Paxton - der Erzähler von "Tigerland" - verbrüdert, um die Armee von Innen zu sabotieren. So macht der Film auch keinen Hehl daraus, dass er vom Krieg in Vietnam ebenso wenig hält wie sein Protagonist. Der lässt keine Möglichkeit aus, die Autorität seiner Vorgesetzten zu unterwandern und Sand ins Getriebe des Militärs zu streuen. Damit macht er sich unter den Offizieren einen denkbar schlechten Namen, deren Dehumanisierungstaktik und demütigende Strafexerzitien Bozz nicht brechen können. Im Gegenteil: Einem Gefreiten seines Platoons nach dem anderen verschafft er den Abgang aus dem Ausbildungscamp. Die Ironie des Ganzen ist dem Film ebenso klar wie dem Anführer seiner Kompanie: Bozz ist ein geborener Führer. Aber der Individualist ist nicht bereit, sein Talent in den Dienst einer Institution zu stellen und anderen zu befehlen, was sie zu tun haben. So zwingt er seine Gefährten regelrecht, sich für eine Seite zu entscheiden - und macht sich damit nicht nur Freunde, was beim finalen Planspiel in Tigerland eine entscheidende Rolle spielen soll.Clever hinterfragt Schumacher die Machoriten des Militärs, den latenten Rassismus der vornehmlich weißen Soldaten und die Methoden, Jugendliche auf den Krieg vorzubereiten. Aber "Tigerland" ist auch differenziert genug, das menschliche Antlitz der Ausbilder zu zeigen, deutlich zu machen, dass auch ihre Taktiken den Soldaten vor allem helfen sollen, die Hölle in Vietnam zu überleben. Dass letztlich alle an einem Strang ziehen, ist die verblüffende Bilanz dieses überzeugenden Befreiungsschlages, der seine Massenkompatibilität erst noch beweisen muss, aber nicht nur bei der Kritik Fürsprecher finden sollte. ts.Originaltitel: TigerlandSprache: Deutsch/Englisch/SpanischUntertitel: Deutsch/Englisch/Spanisch/Dt. f. Hörg.Regie: Joel Schumacher

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Nicht nur der Krieg selbst ist die Hölle, sondern schon die Vorbereitung darauf: Vergleichbar mit der ersten Hälfte von Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" konzentriert sich Joel Schumachers "Tigerland" auf den Ausbildungsprozess neu rekrutierter US-Soldaten, die 1971 nach Vietnam geschickt werden sollen. Als hätte man sich zur Aufgabe gemacht, "Catch 22" nach Dogma-95-Regeln zu verfilmen, entstand dieses für ein Budget von weniger als einer Mio. Dollar realisierte Brevier des militärischen Ungehorsams mit handgehaltener 16-mm-Kamera, weitgehend natürlichen Lichtquellen und beeindruckender No-Name-Besetzung. Witzig, authentisch und spannend berichtet Joel Schumacher aus der Perspektive der Auszubildenden, dass in einer aus den Fugen geratenen Welt nur der seine Normalität wahren kann, der bereit ist sich dem Wahnsinn zu stellen.Dass der unangepassteste, filmisch aufregendste und inhaltlich deutlichste Antikriegsfilm der letzten Jahre ausgerechnet auf das Konto von Mainstream-Maestro Joel Schumacher ("Batman 3 & 4") geht, ist nur eine der vielen Überraschungen, mit denen "Tigerland" sein Publikum von den fahrigen, verwackelten "You-are-here"-Momentaufnahmen des Anfangs bis zum hoch dramatischen Showdown im titelgebenden Trainingscamp in Louisiana, dem letzten Stop vor Vietnam, in Atem hält. Befreit vom Ballast perfekter Ausleuchtung, kostspieliger Bauten und inhaltlicher Kompromisse, schoss Schumacher den neben "Falling Down" besten Film seiner Karriere buchstäblich aus der Hüfte. Die Spontaneität und Geschwindigkeit des Drehs sind in jeder Einstellung spürbar: Oft sind die Bilder körnig und überbelichtet, als hätte Schumacher mit versteckter Kamera live vor Ort gefilmt. Selbst die in den letzten zwei Jahren überstrapazierte "Shutter"-Technik bei Actionszenen (siehe "Der Soldat James Ryan" und "Gladiator") hat im Kontext von "Tigerland" eine neuartige, berauschende, fast dokumentarische Wirkung. So frisch und radikal waren nur wenige Studioproduktionen seit den glorreichen Tagen des New Hollywood.Unschwer erkennt man in dem charismatischen Antihelden Roland Bozz (mit Anspielungen an Brando und Dean gespielt vom famosen Newcomer Colin Farrell) Züge rebellischer Typen wie Murphy aus "Einer flog übers Kuckucksnest" und Hawkeye Pierce aus "MASH" oder der notorischen Querulanten aus John Milius' "Tag der Entscheidung" und Ivan Reitmans "Stripes" wieder. Kaum einen Moment weicht die sensationelle Kamera von Matthew Libatique ("Pi") von Bozz' Seite, der sich mit dem sensiblen Paxton - der Erzähler von "Tigerland" - verbrüdert, um die Armee von Innen zu sabotieren. So macht der Film auch keinen Hehl daraus, dass er vom Krieg in Vietnam ebenso wenig hält wie sein Protagonist. Der lässt keine Möglichkeit aus, die Autorität seiner Vorgesetzten zu unterwandern und Sand ins Getriebe des Militärs zu streuen. Damit macht er sich unter den Offizieren einen denkbar schlechten Namen, deren Dehumanisierungstaktik und demütigende Strafexerzitien Bozz nicht brechen können. Im Gegenteil: Einem Gefreiten seines Platoons nach dem anderen verschafft er den Abgang aus dem Ausbildungscamp. Die Ironie des Ganzen ist dem Film ebenso klar wie dem Anführer seiner Kompanie: Bozz ist ein geborener Führer. Aber der Individualist ist nicht bereit, sein Talent in den Dienst einer Institution zu stellen und anderen zu befehlen, was sie zu tun haben. So zwingt er seine Gefährten regelrecht, sich für eine Seite zu entscheiden - und macht sich damit nicht nur Freunde, was beim finalen Planspiel in Tigerland eine entscheidende Rolle spielen soll.Clever hinterfragt Schumacher die Machoriten des Militärs, den latenten Rassismus der vornehmlich weißen Soldaten und die Methoden, Jugendliche auf den Krieg vorzubereiten. Aber "Tigerland" ist auch differenziert genug, das menschliche Antlitz der Ausbilder zu zeigen, deutlich zu machen, dass auch ihre Taktiken den Soldaten vor allem helfen sollen, die Hölle in Vietnam zu überleben. Dass letztlich alle an einem Strang ziehen, ist die verblüffende Bilanz dieses überzeugenden Befreiungsschlages, der seine Massenkompatibilität erst noch beweisen muss, aber nicht nur bei der Kritik Fürsprecher finden sollte. ts.Originaltitel: TigerlandSprache: Deutsch/Englisch/SpanischUntertitel: Deutsch/Englisch/Spanisch/Dt. f. Hörg.Regie: Joel Schumacher

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Produktbeschreibung

Nicht nur der Krieg selbst ist die Hölle, sondern schon die Vorbereitung darauf: Vergleichbar mit der ersten Hälfte von Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" konzentriert sich Joel Schumachers "Tigerland" auf den Ausbildungsprozess neu rekrutierter US-Soldaten, die 1971 nach Vietnam geschickt werden sollen. Als hätte man sich zur Aufgabe gemacht, "Catch 22" nach Dogma-95-Regeln zu verfilmen, entstand dieses für ein Budget von weniger als einer Mio. Dollar realisierte Brevier des militärischen Ungehorsams mit handgehaltener 16-mm-Kamera, weitgehend natürlichen Lichtquellen und beeindruckender No-Name-Besetzung. Witzig, authentisch und spannend berichtet Joel Schumacher aus der Perspektive der Auszubildenden, dass in einer aus den Fugen geratenen Welt nur der seine Normalität wahren kann, der bereit ist sich dem Wahnsinn zu stellen.Dass der unangepassteste, filmisch aufregendste und inhaltlich deutlichste Antikriegsfilm der letzten Jahre ausgerechnet auf das Konto von Mainstream-Maestro Joel Schumacher ("Batman 3 & 4") geht, ist nur eine der vielen Überraschungen, mit denen "Tigerland" sein Publikum von den fahrigen, verwackelten "You-are-here"-Momentaufnahmen des Anfangs bis zum hoch dramatischen Showdown im titelgebenden Trainingscamp in Louisiana, dem letzten Stop vor Vietnam, in Atem hält. Befreit vom Ballast perfekter Ausleuchtung, kostspieliger Bauten und inhaltlicher Kompromisse, schoss Schumacher den neben "Falling Down" besten Film seiner Karriere buchstäblich aus der Hüfte. Die Spontaneität und Geschwindigkeit des Drehs sind in jeder Einstellung spürbar: Oft sind die Bilder körnig und überbelichtet, als hätte Schumacher mit versteckter Kamera live vor Ort gefilmt. Selbst die in den letzten zwei Jahren überstrapazierte "Shutter"-Technik bei Actionszenen (siehe "Der Soldat James Ryan" und "Gladiator") hat im Kontext von "Tigerland" eine neuartige, berauschende, fast dokumentarische Wirkung. So frisch und radikal waren nur wenige Studioproduktionen seit den glorreichen Tagen des New Hollywood.Unschwer erkennt man in dem charismatischen Antihelden Roland Bozz (mit Anspielungen an Brando und Dean gespielt vom famosen Newcomer Colin Farrell) Züge rebellischer Typen wie Murphy aus "Einer flog übers Kuckucksnest" und Hawkeye Pierce aus "MASH" oder der notorischen Querulanten aus John Milius' "Tag der Entscheidung" und Ivan Reitmans "Stripes" wieder. Kaum einen Moment weicht die sensationelle Kamera von Matthew Libatique ("Pi") von Bozz' Seite, der sich mit dem sensiblen Paxton - der Erzähler von "Tigerland" - verbrüdert, um die Armee von Innen zu sabotieren. So macht der Film auch keinen Hehl daraus, dass er vom Krieg in Vietnam ebenso wenig hält wie sein Protagonist. Der lässt keine Möglichkeit aus, die Autorität seiner Vorgesetzten zu unterwandern und Sand ins Getriebe des Militärs zu streuen. Damit macht er sich unter den Offizieren einen denkbar schlechten Namen, deren Dehumanisierungstaktik und demütigende Strafexerzitien Bozz nicht brechen können. Im Gegenteil: Einem Gefreiten seines Platoons nach dem anderen verschafft er den Abgang aus dem Ausbildungscamp. Die Ironie des Ganzen ist dem Film ebenso klar wie dem Anführer seiner Kompanie: Bozz ist ein geborener Führer. Aber der Individualist ist nicht bereit, sein Talent in den Dienst einer Institution zu stellen und anderen zu befehlen, was sie zu tun haben. So zwingt er seine Gefährten regelrecht, sich für eine Seite zu entscheiden - und macht sich damit nicht nur Freunde, was beim finalen Planspiel in Tigerland eine entscheidende Rolle spielen soll.Clever hinterfragt Schumacher die Machoriten des Militärs, den latenten Rassismus der vornehmlich weißen Soldaten und die Methoden, Jugendliche auf den Krieg vorzubereiten. Aber "Tigerland" ist auch differenziert genug, das menschliche Antlitz der Ausbilder zu zeigen, deutlich zu machen, dass auch ihre Taktiken den Soldaten vor allem helfen sollen, die Hölle in Vietnam zu überleben. Dass letztlich alle an einem Strang ziehen, ist die verblüffende Bilanz dieses überzeugenden Befreiungsschlages, der seine Massenkompatibilität erst noch beweisen muss, aber nicht nur bei der Kritik Fürsprecher finden sollte. ts.Originaltitel: TigerlandSprache: Deutsch/Englisch/SpanischUntertitel: Deutsch/Englisch/Spanisch/Dt. f. Hörg.Regie: Joel Schumacher

Produktspezifikationen

Allgemein

format

dvd

Altersgruppe

Erwachsener

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22

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